Archive for September, 2010

#1787

Donnerstag, September 30th, 2010

Die meisten Menschen halten Probleme, deren Lösung ihnen nicht paßt, für unlösbar. (Sergej Dowlatow: Der Koffer, S. 16)

#1786

Freitag, September 24th, 2010

Ich (…) hätte bei meiner Familiengründung ein Massel gehabt, das, wenn man bedenke, wieviele Tretminen und Fettnäpfe auf diesem Gebiet herumlägen, ziemlich phänomenal sei! (Urs Widmer: Auf, auf, ihr Hirten. Die Kuh haut ab, S. 123)

#1785

Freitag, September 24th, 2010

Er hatte die Faschisten so gehaßt, daß er, der nichts trank, im Mai 1940, als alle dachten, jetzt kommen sie, so tatkräftig mithalf, den Weinkeller leerzutrinken, daß er das einzige Mal in seinem Leben betrunken gewesen war. (Urs Widmer: Auf, auf, ihr Hirten. Die Kuh haut ab, S. 113)

#1784

Donnerstag, September 23rd, 2010

… schnalle mich beim Autofahren so automatisiert an, daß ich zuweilen sogar, wenn ich mich am Schreibtisch vor die Schreibmaschine setze, nach dem Gurt taste! (Urs Widmer: Auf, auf, ihr Hirten. Die Kuh haut ab, S. 105)

#1783

Mittwoch, September 22nd, 2010


@wilsberg Hauptsache man ist gesund - und die Frau hat Arbeit #BuchhaltungWed Sep 22 08:52:42 via TweetDeck

#1782

Mittwoch, September 22nd, 2010

“Ich fand sie alle reich, bis ich ein Ehepaar klagen hörte, daß es sich kein besseres Hotel leisten könnte. Sie hätten am liebsten einen Stern höher geschlafen… (Adriaan van Dis: Ein feiner Herr und ein armer Hund, S. 176)

#1781

Samstag, September 18th, 2010


Wenn man mit Gott spricht, ist es ein Gebet. Wenn Gott antwortet, eine psychiatrische Erkrankung.Sat Sep 18 07:07:52 via web

#1780

Freitag, September 10th, 2010

Zeit des Wartens von Valeria Parrella umfaßt schmale 127 Seiten. In Italien wurde die 36-jährige Autorin seinetwegen gefeiert. Im Mittelpunkt steht eine 42-jährige Mutter und Abendschullehrerin, die um das Leben, das Überleben ihres mit 6 Monate arg zeitig geborenen Frühchens zittern muß. Mit stellenweise sehr gelungenen und zu Herzen gehenden Momentaufnahmen ist dieses Büchlein ordentlich lesbar. Besonders die Konfrontation mit der professionellen Seite, den Ärzten und Pflegenden, ist reizvoll. Parallell ein in der Berufswelt der Mutter angesiedelter Handlungsstrang - die Abendschule mit ihren Existenzen, oft Ausländern oder Bildungsversagern. Die Sprache nüchtern; die Angst der Mutter um ihre Tocher scheint hindurch. Die etwas verschrobene Solidargemeinschaft der Mütter, die tagtäglich auf der Intensivstation der Neonatologie weilen, zwischen Technik, Monitoren, Schläuchen und ihren zarten Kindern. Immer wieder wird ihnen seitens der Ärzte und Hoffnung Hoffnung eingetrichtert. Eine technisch bestens funktionierende Welt mit eben noch kaum “funktionierenden” Frühgeborenen samt ihren emotional gebeutelten Müttern.

#1779

Freitag, September 10th, 2010

Kürzere Tage von Anna Katharina Hahn zog mich in seinen Bann. Milieugeschichten zweier Frauen Familien in einem wohlbehüteten Stuttgarter Vorort. Je zwei Kinder. Ein altes Ehepaar mit Hund. Ein Junge, dem Geborgenheit fehlt, dessen Mutter lieber mit ihrem brutalen Geliebten rummacht, der das Kind schlägt und jahrelang peinigt. Die eine Frau ist der Waldorfpädagogik verpflichtet und erfreut sich scheinbar ihres gut eingerichteten schattenloses Lebens. Die andere ist Businessfrau und neidisch auf die Supermütter, die nicht zwischen Büro und Kindergarten hin- und herzuhetzen brauchen. Marco, der 13-jährige Jugendliche will ausbrechen und zündelt einen Türkenladen an, der Treffpunkt aller Anwohner der Siedlung ist. Beide Frauen kenne sich, treffen aufeinander. Das Glück, das die Walddorfmutti der Businessmama vorspielt, ist sehr bröselig. Ihre blaue Dose im Hängeschrank enthält Tavor und andere Glücklichmacher und Angstkiller, denen sie seit ihrer Jugend verfallen ist. Nur weiß das keiner, nicht einmal ihr so erfolgreicher Professorenmann. Die Ehemänner sind in Hahns Buch eher Staffage. Sie bleibt lieber beim Alltag der Frauen. Auch der alten Frau Posselt, die eines Morgens mühsam ihr Tagewerk beginnt und nach allerhand Verrichtungen feststellen muß, daß ihr Mann tot im Bett liegt. Anschließend erleben wir Leser eine Lehrvorführung in der traditionellen Versorgung der Verstorbenen. Der Nichtschwabe erfreut sich der durch die Autorin eingestreuten dialektalen Sprengsel; der Schwabe selbst düfte sie ja kaum bemerken.

#1778

Mittwoch, September 8th, 2010

Über das Welttreffen der Bücherstädte, das vom 9. bis zum 13 September in Wünsdorf stattfindet, berichtete der rbb. Viele Bücherstädte haben sich zu der Organisation der Internationalen Bücherstädte (IOB) zusammengetan und veranstalten alle 2 Jahre ein Treffen, welches jeweils ein andere Booktown ausrichtet, diesesmal eben Deutschland - das 7. Treffen dieser Art.