Archive for the ‘BibZitate’ Category

#1905

Freitag, Oktober 22nd, 2010

Wie ich bald lernen mußte, beißen Schriftsteller bisweilen, wenn ihre Egos nicht genug gestreichelt werden. (Jason Epstein: Vom Geschäft mit Büchern, S. 70)

#1901

Donnerstag, Oktober 21st, 2010

Ein junger Dichter schickte dem Meister des modernen Romans, Gustave Flaubert, einige Proben seines vermeintlichen Talents und bat ihn um ein rückhaltlos offenes Urteil. Flaubert, in Fragen der Literatur von unerbittlicher Strenge, reichte sie ihm postwendend mit einer vernichtenden Kritik zurück. Der junge Mann war daraufhin solchermaßen empört, daß er seinem großen Vorbild eine Aufforderung zum Duell überbringen ließ. Flaubert reagierte wiederum prompt und unvermittelt: “Monsieur, ich nehme Ihre Forderung an! Als der Geforderte obliegt mir die Wahl der Waffen. Ich wähle die französische Grammatik. Betrachten Sie sich als getötet!” (Karl Hugo Pruys: Die Republik der Phrasendrescher. Wortwörtliches einer verunglückten Sprache, S. 11)

#1879

Dienstag, Oktober 19th, 2010

Das Büchermachen ist ein hübsches Spiel, und man kann sich dabei unter Umständen verbluten. (Hermann Hesse)

#1858

Sonntag, Oktober 17th, 2010

Auch heute noch gehört das Lesen zu den Waffen, mit denen ich die Bedrücktheit eines finsteren Regentages bekämpfe. (Hermann Hesse: Sämtliche Werke, Bd. 14: Betrachtungen und Berichte. 1927-1961, S. 124)

#1846

Donnerstag, Oktober 14th, 2010

… da sie ohnehin in Büchern fast erstickt, ist sie innenarchitektonisch in jedem Fall gerettet. (Heinrich Böll: Gruppenbild mit Dame, S. 145)

#1836

Donnerstag, Oktober 14th, 2010

… während sie seinen Kaffee trank (mit dem sie hin und wieder sogar antiquarische Rarissima befleckte - ihr Respekt vor jede Erscheinungsform von Büchern war gering. (Heinrich Böll: Gruppenbild mit Dame, S. 42)

#1808

Donnerstag, Oktober 7th, 2010

Ohne Leser kein Schreiber. Jeder Leser versammelt mit der Zeit ein paar Autoren um sich, die ihm das sagen, was sonst wörterlos in ihm drin bliebe, und umgekehrt schreibt kein Autor auch nur eine Silbe, wenn niemand von ihm etwas erwartet. (Urs Widmer: Auf, auf, ihr Hirten. Die Kuh haut ab, S. 151)

#1793

Donnerstag, Oktober 7th, 2010

Sein Freund repräsentierte gern durch Fülle, durch Solidität, durch Wucht. Das zeigten auch die dunkel brütenden Bücheregale an den Wänden. (Jochen Schimmang: Das Beste, was wir hatten)

#1657

Montag, August 30th, 2010

Er mußte an jenen Schriftsteller denken, der nie ein Buch geschrieben hat, weil er zeitlebens Dankreden für eventuelle Literaturpreise verfaßte. (Michael Schulte: Goethes Reise nach Australien. Erzählungen, S. 24)

#1652

Montag, August 30th, 2010

Sammler sind, es ist ihre Art, ihr Elixier, von unausrottbarer Zuversicht. (Detlef Opitz: Der Büchermörder, S. 171)