#1243
Dienstag, Juli 6th, 2010Die Karte des Bücherlandes (auch hier gut ansehbar) wurde vom Münchner Graphiker und Illustrator Alphons Woelfle 1938 erstellt; sie präsentiert das deutsche Buch- und Verlagswesen als Landschaft, in barocker Manier mit Kartusche, Allegorie und antiken Lettern. Die ursprünglich handkolorierte Lithographie auf Büttenpapier erlebte bis heute zahlreiche Nachdrucke, auch im Postkartenformat. - Giesbert Damaschke schrieb dazu: “Was mir am besten gefallen hat, war Alphons Woelfles ‘Karte des Bücherlandes’, wo hoch im Norden der ‘Urquell des Wissens’ entspringt, durch die ‘Zellulose-Wälder’ fließt, um im ‘Tinten-Meer’ zu münden, das direkt neben den ‘Schluchten der Druckfehlerteufel’ liegt, unweit der ‘Zwiebelfischereien’. Weiter unten im Land findet man dann die ‘Bestseller-Plantagen’, eine ‘Roman- Rennbahn’, das liebliche ‘Schloß Platitude’ und seinen Ländereien, den ‘Gemeinplätzen’, es gibt die noch’unerforschten Absatzgebiete’, aber auch ‘abgegraste Gebiete’ und, für jeden Dichter unverzichtbar, die ‘Hungertuchwebereien’. Der ‘Leuchtturm des Börsenvereins’ bewacht den ‘Ausfuhr- Hafen’ und so weiter und so fort.” Wie würde eine solche Karte wohl heute oder in 10 Jahren aussehen?