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Donnerstag, Juli 29th, 2010“Ich weiß, warum Albin eigentlich nichts arbeitet: es fällt ihm zuviel ein”. Dieser Satz aus Arthur Schnitzlers Erzählung “Er wartet auf den vazierenden Gott” spiegelt, abgewandelt, mein Dilemma wider. Vor lauter Ideen am Computer komme ich nicht zum Lesen und werde ständig abgelenkt und unterbrochen. Ein Stakkato von Einfällen und Vorhaben, dem ein Mensch mit mehr Widerstandskraft sich womöglich entziehen könnte. Ich aber nicht. Die Zerfaserung der Aufmerksamkeit erweist sich mehr und mehr als Problem, das man so nicht stehen lassen kann und sollte, ist doch langfristig die komplette Lesefähigkeit in Gefahr. Einmal verhunzt, wäre sie wohl nur mühsam wiederherzustellen. Die einzig richtige und notwendige Konsequenz, die ich aus der erkannten Gefährdung zu ziehen hätte, bestünde darin, den Netzstecker zu ziehen - das stringente Ausschalten schädlicher Noxen während des Lesens! Den Websüchtigen erkennt man an der Scheu, diesen Schritt zu wagen. Es fehlt der Zugriff auf Informationen, die bei der Lektüre eventuell gebraucht werden könnten. Die Vorstellung, abgeschnitten zu sein vom Netz, schafft ein Unbehagen, welches irrational erscheint, wenn ich bedenke, daß ich ehedem wunderbar ohne virtuelle Krücken zurande kam und weiterhin käme, wenn ich dies mir eingestände. Die Droge Internet und Web 2.0., derer ich bedarf, wirkt stark und steht dem Willen, mehr, konzentrierter und nachhaltiger zu lesen, bislang noch entgegen. Der Entzug scheitert an meiner zerfledderten Willenskraft.