Der Krankenpfleger mit der Spritze, mit dem er, wenn sie beide diesselbe Schicht hatten, drittklassige Krabben zu Abend zu essen pflegte, die der Krankenpflegehelfer in einem Bierlokal am Martim Moniz kaufte, schlug die therapeutische Banderilla in den Trunkenbold, um seine zur Zeit in einer ruhigen Ebbe sich befindenden Launen, die bald schon wieder wie eine Sprungfeder losschnellen würden, zu besänftigen, und fuhr mit einer feierlich segnenden Bischofswatte über die Haut der Hinterbacken wie in guter Schüler, der an der Tafel das Ergebnis einer für seine akrobatischen Fähigkeiten zu leichten Übung löscht. Der Kranke zog den Güürtel, der aus einer dünnen Schnur bestand, so heftig hoch, daß dieser zerriß, und er schaute verblüfft auf das Stück, das ihm aus der Hand fiel, erschrocken wie ein Astronaut beim Anblick einer Mondalge. - Du hast die Makkaroni vom Mittagessen kaputtgemacht, applaudierte der Krankenpfleger, dessen Rest an Zärtlichkeit sich unter einem Sarkasmus verbarg, der zu offensichtlich war, als daß er echt sein konnte. Der Arzt hatte ihn zu schätzen gelernt, als er miterlebte, mit welchem Mut er den Kampf mit den Mitteln aufnahm, die ihm die unmenschliche Konzentrationsmaschine des Krankenhauses zur Verfügung stellte. (Antonio Lobo Antunes: Elefantengedächtnis, S. 51)