#1450
So schlimm und beklagenswert jeweils die Todesopfer von Katastrophen sind, so sehr fühle ich mit den in den Nachrichten meist als Anhängsel folgenden Verletzten. Denn sie leben weiter. Und oft ein Leben lang mit schweren Einschränkungen. Schwere Schicksale, die dahinter stehen. Wenn man wochen- und monatelang auf einer Intensivstation liegt oder wochen-, monate- oder jahrelang im Wachkoma, wenn man nach schwersten Verletzungen eine Odysee an Heil- und Rehabilitationsmaßnahmen zu absolvieren hat, wenn man, von einer Minute auf die andere, aus seinem Lebenskonzept geworfen wird und ein Leben zu führen hat, das man nie gewollt hat, das man sich nie hat auch nur vorstellen können. Deshalb bei solchen Katastrophen immer auch der Blick auf die “Nebenschäden”, auf die Angehörigen, die mit Schwergeschädigten umgehen müssen, deren Leben ebenso betroffen ist. Pläne werden zunichte. Not tritt zutage. Es sind oft Helden, die aus den Schicksalsschlägen entstehen und denen einmal ein Lob gesungen werden muß!