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Ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit höher, daß der Sturm einem das Dach abdeckt (ich wohne direkt darunter) oder daß die Pappel gefällt wird, die dann gegens Haus kracht und meinen Schreibtisch oder gar die Frisur in unschöne Unordnung bringen könnte? Oder ist es wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden? Mein Sturmangst ist stärker ausgeprägt als die Blitzangst. Wie heißen die entsprechenden lateinischen Ausdrücke? Höre ich da nicht schon Holz splittern? Als ich eben auf Toilette saß, fegte es nach einer heftigen Windbö den als Lesezeichen bernutzten Kassenbon vom Fensterbrett. Bemerkenswert; denn die Fenster sind eigentlich hermetisch geschlossen und neu und halten sonst alles ab. Zu DDR-Zeiten mußte ich mein Erkerzimmer bei Regen freilich schützen, weil es Wasser literweise durch die undichten Fenstern ins Zimmer spülte. Die Fensterbretter wurden mit Tüchern abgedeckt. Der Vorteil solcherart undichter Fenster bestand darin, daß nie gelüftet werden mußte. Die 3 Pappeln vor meinem Haus, welche ich eigentlich so liebe, stehen stabil. Noch. Im Sommer schenken sie mir ein liebliches Rascheln der Blätter, eine bei geöffnetem Fenster auch nachts liebliche Naturmusik, die mich als Städter mangels “richtiger” Natur eben so trösten muß.