#111

Zur Käßmann-Sache, zu der ich mich im digital diary in eine kleine Diskussion verwickeln ließ und die ich hier im Bücherlei bereits erwähnte nun noch etwas: “Daß ein SO neuralgischer Punkt getroffen wurde, wird klar, wenn man zur Kenntnis nimmt, daß, laut einer Emnid-Umfrage, die von der BAMS in Auftrag gegeben wurde, Alkohol am Steuer moralisch verwerflicher ist als Ehebruch. Möglicherweise weil die Zahl der potenziell Geschädigten beim Fahren im Suff ungleich größer wäre. Diese arithmetische Herangehensweise wäre in meinen Augen wiederum typisch für unsere herzenserkaltende Gesellschaft. Einer exponierten Amtsträgerin einen verplätten kommt gut, aber dafür zu sorgen, daß die durch Arbeitsdruck stets tickende Zeitbombe der Bus- und Fernfahrer entschärft wird, erscheint ungleich problematischer, weil die komplexen Zusammenhänge und Gründe nicht so boulevardesk und bühnenreif beiseite geschoben und aufgedröselt werden können.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.