#110
Das ‘zweite Kind’, im gestern gesehenen Literaturclub (LC) von Februar als “Anschlußtreffer” tituliert - als Beispiel für mißlungenen, ausgeleierten Humor, kannte ich trotzdem noch nicht. Der LC, übrigens an neuem Ort mit neuen Kritikern, wirkt aufgepeppt. Sie reden schneller. So bleibt Zeit für Einspieler. Jan-Josef Liefers mag ich. Seine “Ähms” zeugen von Überlegung, mit der er seine Gedanken formuliert - das ist verkraftbarer als eine flüssig vorgetragene Politikerrede. Bin gespannt, wie sich die Altkritiker in der nächsten Sendung mit der Verjüngungskur arrangieren. Mir fiel nur bislang immer auf, daß sie auf einem entfernten Literaturplaneten leben, auf dem Internet noch nicht erfunden scheint und andere Medien als die papierenen immer noch als suspekt gelten. Die Behäbigkeit, die der Lokalität (Schweiz) Tribut zu zollen scheint, die Nachdenklichkeit und rhetorische Verzögerung, mit der die Kritiker im Literaturclub der letzten Zeit (leider kenne ich ihn unter Roger Willemsen oder dem roten Dani nicht - wars da anders?) agierten, war manchmal schon ein wenig einschläfernd monoton. Mal sehen, wie es wird. Ich mag das gekünstelte Lachen von Iris Radisch ja nicht, ihren hechelnden Duktus. Dennoch gibt es zu dieser Sendung kein Pendant, keine Alternative.